Vor wenigen Tagen fing ich an mich mit dem Thema Parane zu befassen. Es scheint mir ein Thema zu sein das hauptsächlich mit der Mundan- und Geburtsastrologie in Verbindung zu bringen ist.
Eine Paransituation sei dann gegeben, wenn zur gleichen Zeit 2 Faktoren die Achsen besetzen. Vornehmlich MC und AS oder IC und DC. Dabei gelten derartige Besetzungen als Aspekte, auch dann wenn keine graduelle Über- einstimmungen herrschen.
Dabei können sowohl Planeten als auch Fixsterne in Kombination miteinan- der agieren.
Wer verfügt über eigene Erfahrungen und kann etwas über Deutungsmodi berichten? Gibt es prominente Personen in deren Radix Parane eine Rolle spielen? Ich bin dankbar über Eure Beiträge. Gruß Franz-Josef
www.fjs-astrologie.de Publikation Chiron Verlag: "Würden und Schwächen in der Traditionellen Stundenastrologie" Traditionelle Stundenastrologie in der Praxis 53 Fragen aus 11 Lebensbereichen
Paranatellonta sind ursprünglich Sternbilder, die zu einem bestimmten Zeitpunkt, z.B. dem Geburtsaugenblick, am -gesamten - Osthorizont stehen, d.h. in diesem Augenblick aufgehen.
Wahrscheinlich wurde aber der gesamte Horizont in die Betrachtung einbezogen, ebenso wie auch der gesamte Meridian, also von seinem südlichen Schnittpunkt mit der Horizontlinie über den Zenit bis zu seinem nördlichen Schnittpunkt mit der Horizontlinie.
Später erweitert auf die Meridianlinie auch unterhalb des Horizontes, also von seinen Schnittpunkten mit der Horizontlinie durch den Nadir.
Von der Anschauung her, also umittelbar am Ort des Ereignisses, war daher schlicht der Blick des Astrologen zum Himmel ausreichend, um ohne Berechnung eines Horoskops unmittelbar zu sehen, welche Sternbilder am Horizont standen und (wohl auch schon sehr frühzeitig in der Entwicklung der Paranatellonta) am gesamten Horizontkreis, vom Osten über den Süden, Westen, Norden bis wieder zum Osten hin.
Entscheidend ist der Schnittpunkt der Ost-West-Achse mit der Ekliptik, dem Aszendenten im Horoskop also lediglich für den aufsteigenden Grad. Dieser legt dann den Horizont des Betrachters vor Ort fest, was in der Berechnung schwierig, in der Anschauung vor Ort aber am einfachsten ist: Zu schauen, im wahrsten Sinne des Wortes um sich zu blicken, welche Sternbilder sich in einem bestimmten Augenblick irgendwo am Horizont zeigen.
Oder auf dem Großkreis, zunächst sicherlich vom Südpunkt über den Zenit bis zum Nordpunkt, später dann auch auf der Fortführung der Meridianlinie, unterhalb des Horizontes, durch den Nadir. Da fehlte dann allerdings die Möglichkeit der unmittelbaren Anschauung ohne Berechnung.
Es ist wohl Bernadette Brady, die die Paranatellonta wieder ins moderne Bewußtsein gehoben hat, leicht abgewandelt, jedoch unter starker Berücksichtigung der ursprünglichen mythologischen Bedeutung der Sternbilder, auch wenn sie auf einzelne Sterne darin abstellt, und, leider, mit der amerikanischen Vorliebe für Abkürzungen von Parans statt von den Paranatellonta spricht.
Nach der AstroWiki-Seite Paran handelt es sich stets um ein Quadrat, wenn Planeten am beispielsweise ASC und MC stehen, selbst dann, wenn die MC-Achse geneigt ist und die Planeten eigentlich in einem Trigon zusammenstehen.
Die Beobachtung von Sonne / Mond / Planeten am Himmel steht hier im Vordergrund, also etwas das in nördlicheren und südlicheren Breiten hakt (Hamburg beispielsweise ist schon nördlich genug - Stichwort Mondsichtbarkeit) und in den Polarregionen überhaupt nicht mehr funktioniert (Mitternachtssonne). Dies widerspricht meiner Deutungspraxis von Astrologie und auch meiner Erfahrung, würde es doch bedeuten, daß Trigone als Quadrate gedeutet werden müßten, was definitiv zu einem Konflikt führt und auch impliziert, daß Paran's per sé negativer Natur sind. Parane funktionieren also allenfalls mit dem Äqualhaussystem konfliktfrei.
Grundsätzlich sind Paran's nicht selten, ein großer Teil aller Horoskope weist mindestens 2 Planeten an Achsen auf, außer natürlich, astrologe gehört zur Minimalstorbenfraktion. Ebenso grundsätzlich kann ich der Bedeutung von Achsenpositionen zustimmen, nur benötige ich dafür keine Parane ...
Erstmal lieben Dank an JZM und Jan für Eure Beiträge die astronomische und astrologische Gesichtspunkte zum Inhalt hatten und natürliche weitere Fragen provozieren.
1. Ab welchem Zeitpunkt sollte die Berechnungen für Parane einsetzen? Erst ab dem Geburtstag und oder könnte schon etwa 12 Stunden davor bis 12 Stunden danach? 2. Sind Platzierungen MC-DC und AC-IC sinnvoll, wegen fehlender Sichtbarkeit unter dem Horizont? 3. Welche Orbis wäre als sinnvoll anzusehen? Nur applikative oder auch separative Aspekte mit kleinem Orbis? 4. Vermutlich spielen Lospunkte, Mondknoten und Glückspunkt keine Rolle das sie rechnerische Produkte sind? Wie sieht Euer Umgang mit Paranatellonta in der Praxis aus, wenn Ihr denn diese Konstallationen berücksichtigt? Franz-Josef
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Es ist die Frage ob den Paranatellontas eine Sonderrolle zukommt oder nicht? Wenn ja welche? Oder ob P. schlicht und einfach ein Aspekt ist bei dem 2 Faktoren an Achsen stehend gedeutet werden soll, sonst nichts? Das Planeten oder Fixster- ne an Achsen stehen hat schon allein eine akzidentielle Betonung, seien sie P. oder nicht. Ich glaube, bis mehr Wissen sich einstellt, so verfahren zu sollen. Frajoscha
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Danke Selene, ein sehr guter Beitrag (Link)! Franz-Josef
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.....im Prinzip dito, doch den Fixsternklassiker von Vivian Robson "Fixsterne Bedeutung und Konstellationen im Horoskop", Hugendubbel 1990, erwähnt der Autor nicht, wohl, weil nur noch antiquarisch erhältlich.
Canopus: Reiselust, Erziehungstalente, wandelt Böses in Gutes -2°05 (wohl schon aus dem Orbis?)
Ascella: Glück, Zufriedenheit 1°17
Acumen:Augenleiden -1°29
Princeps: Gelehrsamkeit, Forschung 0°14
Verwendet wurden die 110 Fixsterne und Stichworte nach Robson.
Lediglich , und kriegen gar nichts ab, also von 13 Faktoren sind 10 mit Fixsternen besetzt (77%!).
Mein innerer Satiriker hat schon die drei Weisen aus dem Morgenland am 17. Juli 1954 am frühen Abend in Hamburg gesichtet.
Auch das Hundebisse zweimal in den Stichworten vorkommen, hat sich durch die Worte "....Wir werden sie jagen" eines Krawattenträgers mit Jagdhund Motiv https://www.stern.de/lifestyle/mode/alex...gt-7637338.html schon in der Realität gezeigt.
wer Astroplus sein eigen nennt kann ganz leicht wie Bernd oben gezeigt hat, derartige Aufstellungen in Kürze erstellen. Dabei lassen sich auch blitzschnell die Uhrzeiten er- mitteln wann gewünschte Faktoren an den Achsen stehen.
Meine Neugierde hat 12 Kombinationen aus meinem Radix (Planeten:Planeten und Planeten: Fixsterne) zutage gebracht. Diese innerhalb 24h nach der Geburt. Dabei habe ich nur 9 Fixsterne verwandt. Vielleicht geht das auch mit APZ? Schönes Wochenende, Franz-Josef
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Wie der Autor des verlinkten Textes, so verkennen auch die dann folgenden Beiträge in diesem Thread, daß der Horizont und der Meridian nicht mit dem Aszendenten und dem Medium Coeli gleichgesetzt werden dürfen, denn der Aszendent ist nicht der Horizont, und das MC ist nicht der Meridian!
Werden diese Unterschiede nicht beachtet, kommt man hinsicht- lich der Paranatellonta zu abwegigen Ergebnissen.
Hallo JZM, da solltest die uns etwas tiefer Aufklären. Was ist nun gemeint?
Zitatwikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Horizont#H...d_Geod%C3%A4sie Natürlicher oder Landschaftshorizont: die Grenzlinie zwischen Himmel und Erde, wie sie von den örtlichen Bedingungen (Landschaft, Berge, Stadtsilhouette) abhängt. Mathematischer Horizont oder astronomischer Horizont: die Schnittlinie der Himmelskugel mit jener Ebene, die im Beobachtungsort rechtwinklig zur Lotrichtung steht. Letztere ist aber nicht die Richtung vom Beobachter zum Erdmittelpunkt, sondern weicht davon wegen Erdabplattung und Lotabweichung um bis zu 0,2° ab. Nautischer Horizont, Kimm(ung), Kimmlinie: der natürliche Horizont am Meer. Er liegt je nach Beobachterhöhe um die Kimmtiefe unter dem mathematischen Horizont. Optischer Horizont: durch die Lichtbrechung in der Lufthülle (terrestrische Refraktion) wird die Sichtweite größer und der Horizont in weiterer Entfernung gesehen.
Die von Dir aufgeführten Unterscheidungen nach Wikipedia sind interessant und wichtig, aber nicht entscheidend für das eigentliche Problem der Unterscheidung von Aszendent und Horizont, sowie von MC und Meridian. Dabei handelt es sich um völlig verschiedene Größen) oder Perspektiven, hinter der die Unterscheidung von wahrem und scheinbaren Horizont zu einer Marginalie bei der Berechnung verblaßt.
So ist selbst der Unterschied von scheinbarem und wahrem Horizont, die parallel in einem Abstand von der Größe des Erdradius, also ca. 6370 km, verlaufen, zu vernachlässigen, denn "Wegen der unendlichen Ausdehnung des Himmelsraumes fallen sie praktisch zusammen." E.C.Kühr, Berechnung der Ereigniszeiten, S. 17.
Der Horizont ist eine auf die Erde und den Standort bezogene Ebene, die sich praktisch (s.o.) als diejenige Kreislinie darstellt, die den Himmel von der Erde trennt. Der jeweilige Standort des Betrachters bildet den Mittelpunkt jener Ebene oder dieser Kreislinie, des Horizontes, der früher so treffend als Gesichtskreis bezeichnet wurde. Dieser Horizont ist die eine, die älteste, Bezugsebene für die Paranatellonta. Völlig unabhängig von der Ekliptik(!), und aus der Anschauung und ohne jede Berechnung erkennbar: Der Blick zum Horizont, und, worauf ich oben schon hingewiesen hatte, zum gesamten Horizont oder Gesichtskreis, genügt, um festzustellen, welche Sternbilder zu einer bestimmten Zeit am gesamten Horizont sichbar sind.
Ich hoffe, das ist erst einmal nachvollziehbar? Aszendent dann später!
Wirklich klar geworden, was zu rechnen ist, ist mir aber nicht
Von den in wikepedia angeführten Horizonten sind die letzen3 direkt berechenbar. Mathematischer Horizont oder astronomischer Horizont, Nautischer Horizont, Kimm(ung), Kimmlinie Optischer Horizont.
Wenn ich mich richtig erinnere, stellt Brady auf den wahren Horizont ab. Welchen Horizont Manilius und Ibn Ezra beispielsweise zugrundegelegt ha- ben, weiß ich nicht. Naheliegend wäre, wie astrologisch üblich so auch bei den Parnatellonten die wahre, durch den Erdmttelpunkt führenden Horizontebene zu wählen.
Ursprünglich ging es um eine doch recht grobe Anschauung der Bilder am Himmel, bei der diese filigranen Unterscheidungen sicher zu vernachlässi- gen wären. Aber klar, wollte man Tabellen berechnen, müßte man von ei- ner sicheren Grundlage ausgehen.
Mein Punkt ist, darauf hinzuweisen, daß Planeten an AC und MC nicht das geringste mit Paranatellonten zu tun haben, deren Bezugsebene eben nicht, wie bei AC und MC, die Ekliptik, sondern der Horizont und der Meridian sind.
Ich habe aber gewisse Zweifel, daß mir das bisher gelungen ist.
weil es ohne Anschauung sehr schwer ist verstanden zu werden, wäre ein Horoskopbeispiel (Grafik) das Deine Ansicht beinhaltet sicher vorteilhafter als eine noch so korrekte theoretische Abhand- lung. Dann hätten wir alle einen Nutzen von Deiner Kenntnis. Gruß Franz-Josef
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