auch in diesem Forum gibt es Beiträge die behaupten man könne keine Prognosen mit der Astrologie anstellen. Derartige Aussagen finden sich auch außerhalb dieses Ortes.
Dann muss ich mich fragen warum schließen wir nicht einfach alle Foren, wenn Astrologie Humbug oder unnützes Zeug ist? Haben wir denn nichts Besseres zu tun als sich mit Humbug zu beschäftigen?
Ich, für meinen Teil weiß es anders. Fachleute aller technischen und medi- zinischen Disziplinen sind massenweise Fehler unterlaufen und das soll nun herhalten diese wissenschaftlichen Bereiche als Humbug und unnüt- zes Zeug zu deklarieren?
Fehler sind nun mal menschliche Verhaltensweisen. Daraus zu lernen und sich zu bemühen immer besser zu werden, das sehe ich als Anspruch an.
Zudem finde ich es als lächerlich die Astrologie in das Korsett des Wissen- schaftlichen zwängen zu wollen; es sei denn, dass Wissenschaft etwas ist das Wissen schafft. Franz-Josef
www.fjs-astrologie.de Publikation Chiron Verlag: "Würden und Schwächen in der Traditionellen Stundenastrologie" Traditionelle Stundenastrologie in der Praxis 53 Fragen aus 11 Lebensbereichen
Lieber FJS ganz deiner Meinung. wenn die Astrologie keine Prognosen mehr macht, dann wird sie in gewisser Weise überflüssig. Allerding müsste man schon zwischen Natur- und Geisteswissenschaft unterscheiden. Naturwissenschaftlich sind lediglich die astronomischen Berechnungroutinen, sonst hat man es mit Interpretation zu tun. Trotzdem unterliegt auch bei einer Geisteswissenschaft das Vorgehen einer gewissen Methodik, und da gehtsdann manchmal schon böse durcheinander. Ich würde sagen, klare Fragestellungen, umfassenden Einbeziehung des astrologischen Bildes und eine gewisse Trefferquote, die natürlich kaum 100% betragen wird wären nicht schlecht. Dann auch eine gewisse Einfachheit der Methode. Gibt eben eine Schrotflintenastrologie, die immer trifft, vor allem im Nachhinein. Hilfreich ist sicher auch eine gewisse reale Kenntnis der Materie, über die man sich auslässt. Im übrigen finde ich gerade bei deinen Beiträgen gut, dass du immer über die Ergebnisse reflektierst und auch im Nachhinein noch Fragen stellst. Sepp
vielen Dank für Deine wohlwollende Einlassung. Die astrologische Symbolsprache stellt sehr hohe Ansprüche an menschliche Fantasie und Vorstellungsvermögen. Mit einem Dutzend Zeichen und ebenso vielen Häusern und einer Hand voll Planeten sollen alles Sein dieser Erde veranschaulicht sein. Da kann man leicht überfordert werden. Selbst bei regelgerechter Auslegung können unzutreffende Aussagen passieren, da die Fülle der Möglichkeiten schier grenzenlos sind. Das ist ja gerade das Spannende und Schöne an der Astrologie; es scheint als wolle sie ihren Nutzer heraus- fordern die Welt in größerem Umfang zu erfassen.
Metagnosen sind unverzichtbarer Bestandteil des Lernens über astrologische Möglichkeiten. In diesem Forum wird fleißig über Geschehenes nachgedacht. Prognosen werden allgemein als risikobehaftet betrachtet. Und wenn Prognosen einmal in die Hose gegangen sind feixen und freuen sich die Gegner die es schon immer besser wussten, sagt FJS
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Vielleicht eine kleine Ergänzung zu Astrologie als Geisteswissenschaft. Gab mal in den Sozialwissenschaften im letzten Jahrhundert die berühmt Debatte zu Erkenntnis und Interesse. Interpretationsergebnisse sind fast immer geprägt vom Erkenntnisinteresse des Interpretierenden, man sieht in der Datenflut, vor allem wenns eine Flut ist, das Bild, das man sehen will. Beispiel, das ich schon mal versucht habe anzusprechen. Manche WD- Anhänger nehmen sehr vilee GSP an. Dasgeht von 3 pro Grad bis mit Spiegel und Gegenspiegel und womöglich noch Orbis bis ein paar Hundert. Das heißt auf gut Deutsch, jeder Grad müsste rein statistisch mit einem oder mehreren GSPbelegt sein und die Belegung träfe so gut wie immer auf einen Signifikator im Horoskop, seis nun Planet, Häuserspitze, Halbsumme oder was auch immer. Das heißt ich kriege notwendigerweise Dutzende von Treffern im Horoskop. Wie wähle ich dann aus??? Alle kann ich gar nicht in Betracht ziehen, geschweige dann auf die pPosition der beteiligten Planeten im Bild ausinterpretieren. In der Praxis sinds dann wenige Punkte die herangezogen werden und in der Regel eine vorgefasste Hypothese bestätigen. Deshalb mein Plädoyer immer für Vereinfachung, sonst kommt man bei Prognosen in Teufels Küche, weil die schiere Menge von möglichen Befunden eine subjektive Auswahl erzwingt. Insofern könnten schon mathematisch-statistische Überlegungen für den Astrologen nötig sein. Aber mei, Gefühl ist alles, heißts im Faust. Das sagt er um Gretchen zu abzubügeln. Sepp
Durch die Beobachtung sich wiederholender Ereignisse im Persönlichen und oder im Weltgeschehen, die gleichzeitig zu bestimmten planetaren Konstellationen stattfanden, ließ sich schon im Altertum darauf schließen, was passieren könnte, wenn sich wieder soeine planetare Konstellation bildet, eine Erfahrungswissenschaft.
Was heutzutage unter dem Begriff 'Astrologie' abgelaufen wird, hat so gut wie nichts mehr mit der Art von Astrologie zu tun, wie sie erschaffen und über Jahrhunderte praktiziert wurde; nämlich eine Form von kausaler Astrologie. Wenn es in der Branche einen Konsenz gibt, was was bedeutet, kann kausal auch für jeden Kenntlichen nachvollziehbar und überprüfbar sein.
Wer also die Beobachtung der Abläufe in unserem Sonnensystem von der Astrologie abkoppelt und irgendwelche Methoden anwendet, die sich nicht an die kausalen Zusammenhänge halten, kann keinen Erfolg haben. Ebensowenig erfolgreich kann der Ansatz sein, konkrete Ereignisse mit korrekt ausgeführter Astrologie voraussagen zu wollen. Es gibt Deutungs- und und noch ziemlich engere Prognose-Grenzen, wer sie erkennt und sich daran hält, wird Astrologie als eine wertvolle Erkenntnis- und Wissens-Erweiterungsmöglichkeit sinnvoll und zutreffend nutzen können.
Besonders gut läßt sich auf psychologischem Gebiet mit der Astrologie arbeiten. Die meisten Klienten mit denen ich gearbeitet habe, waren natürlich auch an einem Zukunftsausblick interessiert; Tendenzen wohin und wie sich etwas wahrscheinblich entwickelt sind immer zu erkennen, aber eben nur Tendenzen; und die können schon hilfreich sein. Es schwirrt einfach zuviel im Sonnensystem herum, eben nicht nur die Planeten ...
es geht ja nicht darum prognosen generell abzulehnen. für meine spielabenteuer mache ich fast jeden tag eine prognose. eine schwägerin hat seit ein paar wochen krebs diagnostiziert bekommen. da verzichte ich freiwillig auf eine prognose und würde auf diesbezügliche fragen auch nicht antworten. aktuell geht es in der politik ja um den brexit . eine astrologisch begründete prognose ob die eu am brexit zerbricht finde ich interessant. bei wichtigen entscheidungen wie z.b. geschäftseröffnung lohnt es sich eine prognose zu machen. die esoterische messeveranstaltung -lebensfreude- wurde nach von mir ausgerechnetem termin gestartet. lebensfreude läuft immer noch. termine für wichtige verhandlungen lassen sich auch gut astrologisch finden. letzendlich ist der mensch einerseits determiniert und andererseits frei in seinen entscheidungen. da sind 100% zutreffende entscheidungen unmöglich. michael roscher ist sehr jung gestorben, ob er diese tragik in seinem horoskop gesehen hat? er hat sich überdurchschnittlich viel mit gesundheitlichen themen befasst. vermutlich hat er einen weg gesucht sein schicksal abzuwenden. es gibt eine alte maxime für astrologen - es kann nur das passiern , was im geburtshoroskop angelegt ist. da halten sich nicht alle dran und da scheitern die prognosen. l.g. jens
Neulich beim Anruf bei der Behörde. Meine Freundin versuchte es immer wieder und kam und kam nicht durch. Immer besetzt und Warteschleife. Ich sagte, warte die halbe Stunde noch, dann ist der AC auf deinem AC. Halbe Stunde gewartet und dann punktgenau angerufen und sofort durchgekommen. Klare Prognose - klares Ergebnis.
Was auch zu beachten wäre, wäre daß ein gewisser Unterschied zwischen Prophetie und Prognostik besteht - desgleichen zwischen Sterndeutung und Astrologie.
Weinreb unterschied hier zwischen der >Astrologie des Werdens< und der >Astrologie des Seins<.
Mir ist die Prophetie wichtiger, als die Vorhersage - was natürlich nicht heißt daß ich mich als Prophetin betrachten würde.
Nun, mit solchen Themen begibt man sich öffentlich auf ein vermintes Gelände und fordert den Widerspruch heraus.
Vielleicht mhr praktisch orientiert ein Gedankenexperniment zur Metagnose: Ich habe noch nie erlebt, dass im Forum jemand gesagt hätte, ein astrologisches Bild würde ein Ereignis nicht abbilden oder zulassen. Man findet buchstäblich immer Faktoren, die das faktisch Geschehene rechtfdertigen und das umso leichter, je mehr Faktoren eine astrologische Schule für relevant hält. Das heißt nun natürlich nicht, dass die Metagnose irrelvant ist. Asrologie beruht ja nicht zuletzt auf Wiederholungen, Rhytmen ect. Natürlich ist es sinnvoll bei einem Ereignis zu fragen, was 12, 28/29 oder 84 Jahren zuvor war, wann ein Planet oder eine Häuserspitz zum letzten Mal ausgelöst wurde ect. , um Hinweise zur Interpretation zu bekommen. Dabei gält es schon wichtige Faktoren von unwichtigen zu unterscheiden und die Grundstruktur eines Bildes nicht aus den Augen zu verlieren. Bei der Pronose sind zu viele Faktoren auf jeden Fall kontraproduktiv, wegen der interessegeleiteten Auswahl oder Interpretation. Musterbeispiel Trumpwahl. Treffer in der Metagnose beweisen also rein mathematisch-statistisch gar nichts. Einfachheit wäre zum Besipiel in Klausens 9-Sternemethode zu finden, die ich wohlgemerkt nicht behrrsche. Aber Tendenzen sind da aus einer begrenzten Anzahl von Faktoren ableitbar, die man noch überschauen kann. Wie gesagt, bei zuviel Asteroiden oder 3 GSP pro Grad wirds unübersichtlich und es stellen sich auch fFagen, wie zum Beispiel hat nun ein GSP einen Orbis und wie vertragt der sich mit den anderen 15 Detailgraden, die innerhalb dieses Orbis liegen würden. So gesehen kann man schon mal Methodenkritik betreiben, was nicht heißen soll, dass diese Fragen nicht beantwortbar wären. Gelesen habe ich noch keine Antwort, Unstimmigkeiten werden eher ignoriert. Sepp
Soll doch jeder mit der Schulrichtung arbeiten, die er für ansprechend findet und sich innerhalb derer mit auftauchenden Fehlern oder Fragen beschäftigen.
Wenn ihr schon wissenschaftlich arbeiten wollt, dann solltet ihr anfangen eine Statistik darüber zu führen, wer mit welcher Methode zur gleichen Frage zu welchem Ergebnis gekommen ist.
Dann wird man schnell erkennen, ob es auseinanderklafft oder nicht.
ganz schön turbulent dieser Thread. Mein Lehrer schärfte uns Studenten immer wieder ein nur die Schauspieler zu bezahlen die tatsächlich auf der Bühne stehen. Dass soll heißen sich hauptsächlich auf die fragerelevanten Signifikatoren zu konzen- trieren.
Wie ich im Forum beobachten kann, werden Schulrichtungen zu Rate gezogen die weitaus mehr als nur die fragerelevanten Signifikatoren auf die Bühne schicken und das meist meta- gnostisch, was wohl der Natur der Schule eigen ist?
Theresa´s Vorschlag (#11) ist ein frommer und gerechtfertigte Wunsch dem vermutlich im Forum noch nicht in genügender Weise entsprochen wurde.
Gegenüberstellungen der Häusersysteme, hie und da, ja, siehe Klaus. Vergleichende Unter- suchungen der Schulrichtungen kommen so gut wie nicht vor. Rita in ihrem Forum plädiert oftmals sich auch den Campanushäuser zuzuwenden, mit guten Argumenten.
Wenn das Niveau dieses Forums tatsächlich einen wirklichen Rang ernsthaft betriebener astrologischer Arbeit erreichen will, wäre eine entsprechende Koordination notwendig. Das ist dann kein Pappenstiel, aber eine tolle Herausforderung. Dann, solle stelle ich mir vor, wären Prognosen am geeignetsten, weil das jenes ist was astrologischer Tätigkeit entspricht, natürlich nicht ausschließlich. Franz-Josef
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Zitat von Franz-Josef Schweizer im Beitrag #12Wie ich im Forum beobachten kann, werden Schulrichtungen zu Rate gezogen die weitaus mehr als nur die fragerelevanten Signifikatoren auf die Bühne schicken
Das Gesamtbild ist ganzheitlich betrachtbar ...
Zitat von Franz-Josef Schweizer im Beitrag #12Vergleichende Untersuchungen der Schulrichtungen kommen so gut wie nicht vor
Nunja, das dürfte sich auch nicht so einfach gestalten, denn einerseits möge sich die Mehrzahl der Astrologen an den Basis-Konsenz halten, also die Grundlagen wie zum Beispiel, daß Jupiter für Größe / Wachstum / Herrschaft / Bildung steht und ein Quadrat-Aspekt mit Schwierigkeiten / Problemen in Verbindung gebracht wird, andererseits aber darüber hinaus angewandte Techniken ihre jeweilige Basis in den unterschiedlichen Schulrichtungen haben, die jeweils felsenfest behaupten, mit diesen Techniken ließen sich zusätzlich Erkenntnisse gewinnen, deren Nachvollziehbarkeit und auch Stimmigkeit sich dann aber schwierig bis unmöglich gestaltet und oder darauf hinausläuft, daß diese Techniken schlichtweg überflüssig sind, weil alle Aussagemöglichkeiten ohnehin den Ist-Abbildern Radix / Transite / Synastrie entnehmbar sind.
Es gibt auch Astrologen, die sich nichtmal an dem Basis-Konsens orientieren und auch jede Menge solcher, die alles jeweils völlig voneinander abgekoppelt praktizieren. Schlußendlich beharren viele auf Direktionen, Progressionen, Solaren, Lunaren, OG's und was es sonst noch alles gibt, die letztlich in keinem Bezug mehr zu Person / Ereignis / Sache einerseits und zu Zeit / Ort andererseits stehen müssen. Es wird tatsächlich behauptet, daß ein Solar exakt 1 Jahr bis zum nächsten Geburtstag wirkt und dann auf Schlag nicht mehr, was wirklich die Frage nach dem Verbleib des Gesunden Menschenverstand aufwirft; und natürlich sind die Jünger dieses Mißkonzeptes durch Null rationale Argumente von ihrem Irrweg abzubringen.
Es kann somit eigentlich jedes x-beliebige Horoskop benutzt und auf jede x-beliebige Deutungsgelegenheit projiziert werden, Stichwort Glaskugel. Und ich denke, es ist Konsens, das eine Glaskugel jedweder Wissenschaftlichkeit entbehrt, was widerum impliziert, wie wenige Astrologen ihre eigene Tätigkeit als (Erfahrungs-)Wissenschaft betrachtet sehen möchten, also als genau das, als was Astrologie ursprünglich Verwendung fand und teils in der Gegenwart noch findet.
Zitat von Franz-Josef Schweizer im Beitrag #12Rita in ihrem Forum plädiert oftmals sich auch den Campanushäuser zuzuwenden, mit guten Argumenten
Und jetzt rennen alle los und benutzen Campanus, ohne eine eingehende Prüfung aller Risiken und Nebenwirkungen; Häusersysteme kommen in der Regel ohne Beipackzettel ...
Zitat von Franz-Josef Schweizer im Beitrag #12Wenn das Niveau dieses Forums tatsächlich einen wirklichen Rang ernsthaft betriebener astrologischer Arbeit erreichen will
Frag Wiki: sogar Cassirer, Popper undFeyerabend hab en sich geaäußert, erstaunlicherweise: Aus wissenschaftstheoretischer Sicht handelt es sich bei der Astrologie in ihrer historischen Form um eine Lehre im vorwissenschaftlichen Stadium (Protowissenschaft). Sie basierte auf der damals allgemein akzeptierten Vorstellung, dass Himmelskörper – im Sinne einer universellen Naturgesetzlichkeit – direkten Einfluss auf irdische Ereignisse ausüben. Auf Basis dieser Grundannahme verwendeten frühe Astrologen mathematische Modelle, um Regelmäßigkeiten in beobachtbaren Naturphänomenen aufzuweisen. Da der Zeitpunkt eine entscheidende Rolle spielte, wurden schon früh detaillierte Tabellen angelegt, um den Eintritt bestimmter Ereignisse zu prognostizieren. Zur Bestimmung der Position und Umlaufbahn von Planeten waren z. T. komplexe Berechnungen mit Hilfe der Geometrie und Trigonometrie notwendig. Daher handelte es sich bei diesen Praktiken nicht um Aberglauben, sondern um eine Frühform der Wissenschaft. Die Suche nach Regelmäßigkeiten in Naturerscheinungen und deren umfassende Beschreibung in rationaler Form ist ein typisch wissenschaftliches Programm. Daher sah auch der Philosoph Ernst Cassirer (1925) in der Astrologie eine prinzipiell wissenschaftliche Denkform. Sie verwende Erklärungen, „die, wie unsicher und haltlos sie im Einzelnen scheinen mögen, doch dem allgemeinen Typus des ursächlichen Denkens, des kausalen Folgerns und Schließens, angehören“. Die Astrologie sei damit eine zur neuzeitlichen Naturwissenschaft ebenbürtige Weltbeschreibung, die auf einem ganz anderen "Weltbegriff" beruhe, und deshalb sei eine Falsifikation der Astrologie gerade aus wissenschaftstheoretischer Sicht nicht möglich.
Wenn heute neben der Astronomie, dem akademischen Zweig der Gestirnslehre, auch weiter Astrologie betrieben wird, stellt sich die Frage, wie dies aus wissenschaftstheoretischer Sicht zu beurteilen ist. Hier kamen Wissenschaftstheoretiker zwar zu ähnlichen Ergebnissen, aber mit unterschiedlichen Begründungen. Astrologie ist ein klassisches Fallbeispiel für die Suche nach einem Unterscheidungskriterium von Wissenschaft und Nicht-Wissenschaft. Karl Popper unterschied zwischen Wissenschaft, Pseudowissenschaft und Metaphysik. Der Fall Astrologie stellt nach Popper ein übliches Unterscheidungsmerkmal in Frage: Oft werde argumentiert, dass sich Wissenschaft von Pseudowissenschaft oder Metaphysik dadurch abgrenze, dass sie eine empirische Methode verwende, die von Beobachtungen und Experimenten ausgeht. Dies treffe aber auch auf die Astrologie zu, die eine stupende Masse von empirischen, auf Beobachtung basierenden Belegen sammle und dennoch nicht wissenschaftlichen Standards genüge. Für Popper lag das daran, dass Astrologie (darin in seiner Sicht der Psychoanalyse ähnlich) eher wie ein „Mythos“ funktioniert, der nach Bestätigung seiner Überzeugungen sucht, statt Hypothesen ergebnisoffen an der Wirklichkeit zu testen. Astrologen seien beeindruckt und fehlgeleitet von dem, was sie für Bestätigungen ihrer Annahmen halten. Mehr noch, sie formulierten ihre Interpretationen und Prophezeiungen so vage, dass alles, was als Widerlegung gelten könnte, leicht wegargumentiert werden könne. Das zerstöre die Testbarkeit der Theorie, die dadurch nicht falsifizierbar sei. So sei auch nicht die Herleitung aus archaischen Mythen das wesentliche Problem der Astrologie – das gelte für alle wissenschaftlichen Theorien –, sondern dass sie sich nicht in Richtung einer Testfähigkeit entwickelt habe. Für Popper war Astrologie somit eine Pseudowissenschaft (Scheinwissenschaft), da sie zwar induktiv und empirisch vorgeht (und damit wissenschaftlichen Anschein erweckt), sich aber systematisch ihrer Überprüfung entzieht (und damit den wissenschaftlichen Anschein nicht einlöst).
Thomas S. Kuhn wendete gegen Poppers Argumentation ein, dass weder die Vorhersagemethoden noch der Umgang mit Falschprognosen die Astrologie aus dem wissenschaftlichen Kanon ausschließe. Astrologen hätten von jeher die epistemologischen Probleme ihres Vorgehens reflektiert, auf die Komplexität und Fehleranfälligkeit ihrer Methoden hingewiesen und unerwartete Ergebnisse diskutiert. Für ihn ist Astrologie aus einem anderen Grund keine Wissenschaft: Astrologie sei ihrem Wesen nach eher praktisches Handwerk, darin dem Ingenieurswesen, der Meteorologie oder der frühen Medizin ähnlich. So gab es Regeln und Erfahrungswissen, aber keine übergeordnete Theorie. Im Mittelpunkt stand Anwendung, nicht Forschung. Ohne theoriegeleitete Problemlösung habe die Astrologie keine Wissenschaft werden können, selbst wenn die Annahme richtig gewesen wäre, dass die Sterne das menschliche Schicksal bestimmen. Auch wenn Astrologen testbare Vorhersagen trafen und feststellten, dass diese nicht immer zutrafen, bildeten sie keine wissenschaftstypischen Strukturen aus (Normalwissenschaft).
Für Paul Feyerabend war weder die mangelnde Testfähigkeit noch die fehlende Problemlösungsabsicht das Kernproblem der Astrologie, sondern deren fehlende Weiterentwicklung. So habe die Astrologie sehr interessante und fundierte Ideen gehabt, diese aber nicht konsequent fortgeführt und auf neue Bereiche übertragen. Sepp
warum immer so wissenschaftsgläubig? Es wurde geschrieben, Zitat: "So habe die Astrologie sehr interessante und fundierte Ideen gehabt, diese aber nicht konsequent fortgeführt und auf neue Bereiche übertragen." Diese Aussage bezieht sich fälschlicherweise auf die Astrologie, statt auf die Astrologen.
An anderer Stelle wird über verschiedene Schulrichtungen moniert. Ich betrachte das vielmehr aus einer Vogelperspektive. Jede Schulrichtung ist abhängig von der An- wendung ihrer Anhänger hinsichtlich derer Tauglichkeit. Wir sollten Schulrichtungen aus zweierlei Perspektiven betrachten: Erstens von ihrem Anspruch her, aus welchen Überlegungen leitet sich ihr Wesen ab. Zweitens: Die Tauglichkeit und Qualifikation ihrer Anhänger.
Schulrichtungen sind wie Instrumente mit deren Hilfe eine bestimmte Aufgabe gemeistert werden will. Jetzt kommt ihr Anwender ins Spiel: Aufgabe, Nagel einschlagen. Falscher Hammer, weil zu leicht. Naneben schlagen, Nagel krumm. Ziel nicht erreicht. Genau dasselbe geschieht in der Astrologie mit den Schulrichtungen. Die zugrunde liegende Idee einer Schulrichtung kann gut und richtig sein, aber ihre Durchführung mangelhaft. Dann heißt es vorschnell: Untaugliche Schulrichtung.
Der Hammer kann nie wissen worauf er schlägt, trifft. Der Anwender ist es der dem Instrument Sinn oder Unsinn verleiht. Die Redewendung -Viele fühlen sich berufen, wenige aber sind auserwählt- trifft hier voll ins Schwarze.
Das Wesen und die Natur der Astrologie herauszuarbeiten und erforschen wofür sie gedacht ist, ist doch viel wichtiger als mit gewalttätiger Akribie das Astrologische in wissenschaftliche Zwangs- jacken zu pressen. Vergessen wir doch nicht die Irrtümer die Denjenigen anheim fielen die sich Wissenschaftler nannten.
Vielleicht, wenn auch ein hinkender Vergleich, der mir gestattet sein möge: "Pflügen wir besser den Acker mit Traktoren und fahren Geschwindigkeitsrennen mit Rennwagen." Dann tun beide Fahrzeuge ihr Richtiges, wofür sie gedacht und konzipiert wurden. Franz-Josef
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Lieber FJS, dasist ein Wikiartikel, somit nicht das Wort Gottes. Und er handelt über Wissenschaftstheorie, das heißt nicht über einen reduzierten Wissenschaftsbegriff, sondern über die Selbstreflektion der Methode, die du im Übrigen ja immer betreibst Da ist es schon ertaunlich, dass die Astrologie von den oben genannten Koryphäen nicht unumwunden abgelehnt wird. Problematisch kanns mit den Schulen werden. Da kommt man dann schon zu Fragestellungen, wie wieviele Engel auf eine Nadelspitze passen. Analoga führe ich nicht aus. Beispiel eines derartigen Problems: Jupiter wirkt immer positiv???? Bei den Indern gilt das nicht uneingeschränkt. Die Erfahrung kann da auch einiges lehren. Da ist dann eben Selbstreflektion fällig. Und was ist bei völlig divergierenden Ergebnissen. Auch hier im Forum : Gelbwesten als Aufruhr blöder Despreciados gegen Gelbwesten als Vorboten gravierender Umstürze in Frankreich. Ein Befund wirdder richtige sein. Natürlich liegt das am Erkenntnisinterese des jeweiligen Astrologen, aber halt auch an der Methode. Gerade Feyerabend war der Typ des "anything goes" übrigens. Und es gibt eine Methodenreflektion der Geisteswissenschaft. Dass die nicht kapiert wird, sieht man im Hahnemannthread. Ich kann Goethe nicht ablehnen, weiler die Atombombe nicht veruteilt hat, also ihn völlig außer seiner historischen Bedingtheit sehen. Sepp Apropos Goethe:
Weil Wissenschaft die einzige Möglichkeit ist, Astrologie von 'Unnützigem Zeug's abzugrenzen ...
Zitat von Franz-Josef Schweizer im Beitrag #15Das Wesen und die Natur der Astrologie herauszuarbeiten und erforschen wofür sie gedacht ist, ist doch viel wichtiger als mit gewalttätiger Akribie das Astrologische in wissenschaftliche Zwangsjacken zu pressen.
Die Forschung und Wissenschaft ermöglicht gerade erst die Auflösung von Zwangsjacken. Wer sich von Religion und seinem Glauben abgrenzt und den Weg von Forschung und Wissenschaft einschlägt öffnet sich für die Realität und die Wahrheit.
astrologie und wissenschaft das geht nicht zusammen. wozu auch. wissenschaftler können nicht astrologisch denken-sie wollen es auch garnicht. deshalb astrologe soll astrologe bleiben und wissenschaftler wissenschaftler. sterben werden irgendwann alle ob mit oder ohne. wissenschaft ist der moderne religionsersatz und leider sehr belastet. wissenschaft und geld sind eine tötliche mischung für die menschen.l.g. jens
Allgemeiner Konsens wird wohl sein, daß Wissenschaft auf Methoden beruht.
ZitatEine Methode (altgriechisch μέθοδος ‚Nachgehen‘, ‚Verfolgen‘) ist ein mehr oder weniger planmäßiges Verfahren zur Erreichung eines Zieles. Methoden finden sich in der Alltagspraxis genauso wie in Wissenschaft, Philosophie und Kunst. Im engeren Sinne wird unter einer Methode ein Erkenntnisweg verstanden. In der Wissenschaft dient die Methode dem Fortschreiten von einer Hypothese zum Gegenstand. Die Philosophie gibt den Einzelwissenschaften als Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie Hinweise darüber, ob die gewählte Methode zur Erreichung eines bestimmten Zieles geeignet ist oder ob sie konsequent angewendet wird. Dies ist die Aufgabe der Methodologie.
Astrologie beruhte ursprünglich ganz sicher nicht auf Methoden, so wie wir es heute verstehen - und da geht das Dilemma, das sich hier im Forum zeigt, doch schon los.
Daß Saturn im alten Wissen mit Holz, Schicksal, Blei, Zeit usw. zu tun hat, beruht ganz gewiss nicht auf irgendeiner Hypothese. Die haben sich doch nicht hingesetzt und darüber nachgedacht, was man dem Saturn nun für Eigenschaften zusprechen könnte.
Die Sonne, der Mond und die Planeten waren einfach DA, sie waren im SEIN als Wesenskräfte noch fest verankert - man kannte sie auch im Innen, nicht nur im Außen.
Das versteht heute keiner mehr.
Zur Trennung Astronomie/Astrologie kam es erst vollständig in der Neuzeit - an was liegt das?
Zitat von Jan Martin im Beitrag #17 Die Forschung und Wissenschaft ermöglicht gerade erst die Auflösung von Zwangsjacken. Wer sich von Religion und seinem Glauben abgrenzt und den Weg von Forschung und Wissenschaft einschlägt öffnet sich für die Realität und die Wahrheit.
Der moderne Mensch ist sich des Schöpfers nicht mehr gewiss.
Er glaubt daß sich die Materie zufällig organisiert hat. Das ist wie wenn Steine von sich aus ein Haus bauen könnten - zumindest für mich
… und dann sucht er nach logischen Beweisen für seinen Glauben.
Nun astrologisch betrachtet finden wir den Glauben im Jupiter und das Wissen im Merkur. Die Gewissheit im Neptun. Chaotisch wird Neptun erst dann, wenn die Gewissheit fehlt.
Der Wissenschaftler stellt sich im Kern als einen Gläubigen dar, der verneint zu glauben. *Implizit* ist das Zauberwort, mit dem er vertuschen will, daß Wissenschaft als Religion erscheint. Implizit postuliert er, letztlich beruhe die ganze Welt auf Kausalitäten, die nur aufgedeckt werden müssten. Und all sein Streben geht dahin.
Streng genommen darf es im System der Wissenschaft keinen Anfang und keine Freiheit geben - eben nur - gemäß dem Glauben - zwangsläufige Folgen von Ereignissen. Nicht nur daß damit jegliche Würde, Verantwortung und Sinn des Menschen zerstört wären - denn der Mensch kann dann nur ein Ausübender sein. Die zwangsläufige Folge eines solchen Doktrin wäre der Ersatz der Menschheit durch Maschinen.
Auch weiß der Wissenschaftler, dass eine solche implzite Doktrin Unsinn ist - denn wer ist es, der das erkennt?! Aber er will es nicht verstehen, denn dies störte das System.
Wer als Astrolge an Wissenschaft glaubt, der müsste u.a. konsquenterweise auch an Kausalität in der Astrologie glauben. Damit müßte er an wissenschaftlich messbare Wirkungen von Planeten auf den Menschen glauben, die stark genug sind, einen wesentlichen Effekt zu erwirken.
Damit gehört er der 'Katz' (der Katz der Wissenschaft), die den verlacht, der von irgendwelchen Kräften schwafelt, die nur keiner messen kann. Zumindest wäre dies sektiererisch und hochgradig spekulativ, und eben unwissenschaftlich. Da kämen dann auch Vorwürfe von Bauernfängerei, Scharlatanerie, und bestimmt die Frage, ob man so etwas nicht verbieten kann.
Mal zur Klärung. gibt nicht nur Naturwissenschaften sondern auch Geisteswissenschaften und oh Wunder, auch die haben eine Methodik: Zitat Wiki: Dilthey definierte die Geisteswissenschaften in scharfer Entgegensetzung zu den Naturwissenschaften durch die ihnen eigene Methode des Verstehens, wie sie als Hermeneutik seit Friedrich Schleiermacher auch außerhalb der Philologie gebräuchlich geworden war. Dilthey suchte sie als „Erfahrungswissenschaft der geistigen Erscheinungen“ beziehungsweise als „Wissenschaft der geistigen Welt“ zu begründen. Sie sollte eine ursprünglich konzipierte „Kritik der historischen Vernunft“ empirisch erweitern.
Dilthey griff zur Wortbildung „Geisteswissenschaften“ Hegels Begriff des Geistes auf.....
Wichtig für die frühe Konzeption der Geisteswissenschaften waren die Gegensatzpaare Geist–Natur, Geschichte–Naturwissenschaft, Verstehen-Erklären. .....
Zu Mitte und Ende des 19. Jahrhunderts orientieren sich außerdem viele Autoren an der kantischen Erkenntnistheorie und v. a. am sogenannten Psychologismus. So definiert etwa Wilhelm Wundt, dass die Geisteswissenschaften ansetzen, „wo der Mensch als wollendes und denkendes Subject ein wesentlicher Faktor der Erscheinungen ist“. Theodor Lipps definierte – bezogen auf das Individuum – die „Geisteswissenschaft“‘ als „Wissenschaft der inneren Erfahrung“. Er hielt die individuelle „innere Erfahrung“ für den grundlegenden Maßstab von Erkenntnistheorie, Logik, Psychologie und Wahrnehmung. Ähnlich die „Südwestdeutsche Schule“ des Neukantianismus (Wilhelm Windelband, Heinrich Rickert). Im Sinne von Psychologismus und historischer Schule wird hier postuliert: Geisteswissenschaften sind ideographisch, nicht nomothetisch (Windelband); sie sind individualisierend und wertbezogen, nicht generalisierend (H. Rickert), „auf historische Einmaligkeiten und nicht nur auf Gesetzmäßigkeiten gerichtet.
Das heißt man muss schon den Esel direkt schlagen und nicht den Sack, wenn man den Esel meint. Trotzdem steht Geisteswissenschaft in gewissem Gegenasatz zu Glauben,auch astrologischem new age.Sepp