Im Frühjahr 1981 war er in Kärnten auf der Suche nach einem Fremdenzimmer, um in Ruhe an einem Manuskript zu schreiben, aber alle waren schon vorreserviert. So kam es, daß einen tracktorfahrenden Buben frug, ob er denn nicht ein Zimmer wüßte. Dieser verwies ihn dann an seine Mutter, die üblicherweise keine Zimmer vermietete, ihm aber die "Menscherkammer" für einige Monate anbot.
Die Mutter war die Njetotschka Wassiljewna lljaschenko, die im März 1943 aus ihrem damalig russischen, heute ukrainischen Dorf Dóbenka, das es heute nicht mehr gibt, da es einem Stausee des Dnepr weichen mußte, von den Deutschen als Zwangsarbeiterin gemeinsam mit ihrer Schwester nach Kärnten verschleppt wurde.
So kam es, daß Winkler während seines Aufententhaltes ihre Geschichte aufnahm, und hier werden insbesondere die Jahre des Holodomors geschildert werden, die Njetotschka Wassiljewna lljaschenko, geb. im August 1928, als kleines Mädchen erlebt hat.
Nach einer vierwöchigen Reise kam sie halb verhungert am 7.4.1943 gegen 23 Uhr am Bauernhof in Mooswald an. (hier Paternion - ist fast ident)
Mit SkorpionAC und Pluto Mond, das verdrängte Leben, Mond-Venus, die Niederlassung, aber auch Sonne-Jupiter auf einem Mutationspunkt, die vorhandenen GSPs weisen darauf hin, daß sie knapp nach der Ankunft an eine Nierenbeckenentzündung erkrankte.
Außen die Gestirnstände des Autors, die wohl darauf hinweisen, daß es sich um eine schiksalshafte Begegnung gehandelt hat, als er in ihrem Haus Quartier bezogen hat, um ihre Geschichte aufzuzeichnen.
Dazu gab es auch einen Artikel in der Presse, leider unter Bezahlschranke
Sehr spannender Beitrag Elisabeth. Danke für's Reinstellen. Also gerettet durch Verschleppung... Irre. Was für ein Schicksal. Ist ja nicht weit weg von mir. Gibt nichts umsonst für manche Menschen auf dieser Erde. LG Katharina PS. Wahrscheinlich ist sie verstorben, nehme ich an. Gibt es Nachkommen, wegen der Daten?
Man muß das Buch wirklich lesen, denn 1931 begann da die Hungersnot, das Getreide dieses so fruchtbaren Landes wurde in den Dnepr geschüttet und die Kolchosenbonzen zerstörten alles, was Eigentum war.
Der verlinkten Aritkel sind ein und diesselben, das eine ist der Pressreader, das andere die Presse selbst und erschien in der Ausgabe am 26. März. Auch den Autor habe ich verlinkt
Seit Tagen frage ich mich, was den Autor bewegt hat, als Titel die "Verschleppung" zu wählen. Für mich ist das seit Kafka's Roman "Der Prozeß" ein heiliges Wort. Dort erklärt der Gerichtsmaler Titorelli dem Protagonisten Josef K, daß es drei Möglichkeiten zur Befreiung vom Prozeß gibt: die wirkliche Freisprechung, die scheinbare Freisprechung und die Verschleppung. Das dürfte den drei Zeichen des 4. Quadranten zuzuordnen sein: Fische - Wassermann - Steinbock. Da die Autoren normalerweise das Unerlößte in ihrem Titel voranstellen, geht es in dem Buch um die nicht gelebte Bestimmung. Das könnte inhaltlich hinkommen.
Zitat von Michael Maier im Beitrag #8Seit Tagen frage ich mich, was den Autor bewegt hat, als Titel die "Verschleppung" zu wählen. Für mich ist das seit Kafka's Roman "Der Prozeß" ein heiliges Wort. Dort erklärt der Gerichtsmaler Titorelli dem Protagonisten Josef K, daß es drei Möglichkeiten zur Befreiung vom Prozeß gibt: die wirkliche Freisprechung, die scheinbare Freisprechung und die Verschleppung. Das dürfte den drei Zeichen des 4. Quadranten zuzuordnen sein: Fische - Wassermann - Steinbock. Da die Autoren normalerweise das Unerlößte in ihrem Titel voranstellen, geht es in dem Buch um die nicht gelebte Bestimmung. Das könnte inhaltlich hinkommen.
Wenn für dich Verschleppung ein heiliges Wort ist, so kannst du es doch nicht zu einem allg.Maßstab erheben, da subjektiv. Außerdem handelt sich bei Kafkas Prozess um die Möglichkeit, den Prozess zu verschleppen, das kann man mit ständigen Eingaben. Zum echten Freispruch fällt mir halt der Spruch ein: Bei Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand
Hier aber wurde ein 14 jähriges Mädchen Anfang März 43 nächtens mittels Gewehrkolben geweckt und gegen ihren Willen in ein anderes Land verfrachtet, also verschleppt, das ist eine durchaus gängige Bezeichnung im Zusammenhang mit Zwangsarbeit.
das paßt alles wunderbar zusammen, nichts widerspricht sich. Ich war schlichtweg irritiert, jenes Wort im Titel wiederzufinden, das einst Franz Kafka mit seinem Roman in das Unbewußte des Kulturkreises setzte.