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Hallo Elisabeth, "vor Ort" kommt aus der Sprache der Bergmänner (jedenfalls derjenigen im Ruhrgebiet) - da "machte es Sinn" (wobei natürlich richtiger wäre: "da hatte es Sinn"). "vor Ort" hieß: "unter Tage" am Arbeitsplatz sein - d.h. vor der Kohle.
- Ich habe vor ein paar Tagen gezielt den Sprechern einiger Rundfunkanstalten auf die Lippen geschaut - oder besser gehört (genauer: WDR 2 und WDR 5) : Nur ein paar Beispiele für den dort wuchernden Sprachverfall:
"im März diesen Jahres" - in Deutschland stirbt der Genitiv. "...viele Staus auf der A1" - der Plural von Stau ist immer noch Staue - einen "s"-Plural gibt es allein für Fremdwörter, das sagt (noch) jede Grammatik - Autos, Kameras etc. "... der Älteste der beiden..." - der Unterschied zwischen Komparativ und Superlativ scheint sich aufzulösen. "Sie machte folgende Angaben..." - kaum bemerkt in D.: das fatale Verschwinden der für die deutsche Sprache so wichtigen Artikel (natürlich: "Sie machte die folgenden Angaben.") " .... in 2010..." - eine der zahllosen subalternen Übernahmen aus dem Englischen. "... der Tag, wo er seine Frau getroffen hat." etc etc.
Mindestens so übel ist das Wuchern der abgegriffenen Metaphern. Da wünscht man sich mit Celan:
Ein Dröhnen: es ist die Wahrheit selbst unter die Menschen getreten, mitten ins Metapherngestöber.
(P.Celan: Atemwende)
Aber nicht allein Sprach- sondern auch Sprechverfall. In Deutschland (ich nehme an, auch in Österreich und der Schweiz) gibt es exzellente Schauspielschulen. Was mir auffällt: Selbst in miesen Filmen findet sich meist eine gute Sprechkultur. Dagegen immer seltener im TV oder im Hörfunk. Besonders auffällig: die fehlende - natürliche - Senkung der Stimme zum Ende eines Aussagesatzes. Das verrät teils Unsicherheit, teils Unverbindlichkeit ("Ich meine es ja eigentlich nicht so...").
Zitat von Klaus im Beitrag #4"vor Ort" kommt aus der Sprache der Bergmänner (jedenfalls derjenigen im Ruhrgebiet) - da "machte es Sinn" (wobei natürlich richtiger wäre: "da hatte es Sinn"). "vor Ort" hieß: "unter Tage" am Arbeitsplatz sein - d.h. vor der Kohle.
Hallo Klaus in Sinne des Bergmanns wird vor Ort ja nicht verwendet, sondern "unser Reporter vor Ort........" und da ist er halt nicht anwesend, sondern draußen "vor der Tür".
und etwas macht Sinn ist ein eingedeutschter Anglizismus, to make sense, und Sinn kann man nicht machen, entweder ist etwas sinnvoll oder sinnlos. Andernfalls krieg ich eine Sinnkrise
Hallo Elisabeth, ja, das ist ja das Problem - die im konkreten Fall durchaus "sinnvollen" Metaphern werden wahllos hierhin und dorthin transportiert. Richtig - It makes sense. Und in Erinnerung zu rufen ist, dass das deutsche Wort "Sinn" ja ursprünglich die eingeschlagene oder einzuschlagende Richtung meinte. Das hat sich noch erhalten im Begriff des Uhrzeigersinnes. Grüße, Klaus
buchhalterisch, also mit der Betonung auf dem e statt auf dem u.
Auch Angela statt: Angela.
Den Toten gedenken, statt: Der Toten gedenken.
Die Damen als auch die Herren, statt: Sowohl die Damen als auch die Herren.
Liegt, wegen der Häufigkeit des Auftretens der beiden letzten Beispiele, vielleicht eine Veränderung im Zuge (ist 'im Zuge' nicht auch schon wieder verfehlt?) der Rechtschreibereform (eigentlich der 'Reform der Rechtschreibung) zugrunde?
Zitat von Klaus im Beitrag #4 "...viele Staus auf der A1" - der Plural von Stau ist immer noch Staue - einen "s"-Plural gibt es allein für Fremdwörter, das sagt (noch) jede Grammatik - Autos, Kameras etc.
"Sie machte folgende Angaben..." - kaum bemerkt in D.: das fatale Verschwinden der für die deutsche Sprache so wichtigen Artikel (natürlich: "Sie machte die folgenden Angaben.")
Hallo JZM, die Betonung des Namens Angela auf der zweiten Silbe ist in den östlichen Bundesländern wohl üblich - jedenfalls habe ich das da mehrfach gehört.
"Den Toten gedenken...." - ich sage es ja: der Genitiv siecht dahin. Da könnte man grübeln... was steckt dahinter? Der Genitiv drückt u.a. Eigentumsverhältnisse aus. Da scheint einiges ins Rutschen geraten. (Zum erwähnten "Stau" - der Duden erlaubt beide Pluralformen: Staue und Staus.)
Der wegfallende Artikel als Stilmittel - ja, mir bekannt. Ist aber dabei zur Schlamperei auszuarten. Aldi-Deutsch. ("Ich geh Aldi. Da kauf ich Flasche Wodka." - da lob' ich mir doch noch das Ruhrpottdeutsch: "Schantall, tu mal dieOma winken!" // "Wem sein Auto iss dat?" -" Dat iss Kevin sein Auto.")
Kommentar zur um sich greifenden Sprachpanscherei: "Wir sind unfassbar." - So lautete mal eine Totenanzeige.
Die Untiefe fand ich immer seltsam. Kommt aus der Seefahrt. Ein Schiff braucht Tiefe unterm Kiel. Bei einer Untiefe läuft es Gefahr auf den Grund zu geraten.
Stau - da hatten wir uns gekreuzt. Hab auch nichts gegen "Staus". Ich hoffe aber doch, dass es bei "Tau"- "Taue" bleibt - um im Bereich des Nautischen zu bleiben. Und dass ein Pfauenpaar weiterhin aus zwei Pfauen, nicht aus zwei Pfaus besteht.
(Ich habe jahrelang Deutsch als Zweitsprache unterrichtet - die Pluralbildung im Deutschen ist ein harter Brocken...)
Zitat von Klaus im Beitrag #14 (Ich habe jahrelang Deutsch als Zweitsprache unterrichtet - die Pluralbildung im Deutschen ist ein harter Brocken...)
Und wennes viele vonne Brockens sind, dann abba -: "hahte Brockens", odda? Odda weisses widda bässah, äih? Wah?! Watt is jez? Watt mainze!? Brockens, wonnich?
Stimmt schon, die Pluralbildung ist eine harte Nuss. Es gibt acht (!) Pluralformen im Deutschen. (Möchte aber davon absehen, sie hier aufzulisten.) Grüße, Klaus
"Meine liebe Frau hat Gott zu sich genommen." (Keine Frage, die Frau hat jedenfalls dank ihres Ablebens eine gute Partie gemacht.)
Woraus man ersieht, dass auch die deutsche Sprache (wie wohl jede andere auch ) ihre Fallstricke bereithält.
Auch der Genitiv ist zuweilen kein leichter Casus:
die Mutterliebe = die Liebe der Mutter - kann sein: a) die Liebe der Mutter zum Kind b) die Liebe des Kindes zur Mutter Da das Problem auch in anderen Sprachen gegeben ist, hätte man also Anlass den "Geh nie tief!" zu reflektieren.
Alle Probleme der Philosophie (wohl generell des Denkens) sind laut Wittgenstein solche der Sprache.
"Wegen dem Geld" - ja, unschön, aber laut Duden umgangssprachlich gegeben und zu akzeptieren. Ähnlich nach "trotz" -vorzugsweise Genitiv, umgangssprachlich auch Dativ.
Zitat von Klaus im Beitrag #16Gute Unterhaltung garantiert!
Inder tat, nein, "In der Tat!"
LG glomph
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Mytho, muss man dafür wirklich Germanistik studiert haben? Da beide nicht das gleiche tun, nur die Worte gleich klingen, finde ich Deine Lösung ma(h)len eine echte solche
Ich werf mal eben meine Sammlung dazu:
Versprochenes, Verschriebenes und Neuschöpfungen
Klassiker, die es wiederholt ins Radio/TV geschafft haben: Pyschologe Hämopath Klaviertuose
Paschöbell (Kommt ihr nicht drauf? Pachelbel, von der TV- Verkäuferin Judith Williams *pronociert*)
"Sie hören nun die H-Mess-Molle, Verzeihung, die H-Moss-Melle, bitte vielmals um Entschuldigung, die H-moll-Messe von Johann Sebaldrian Bach. Ich häng mich auf." (erinnert aus Leuniger: Reden ist Schweigen, Silber ist Gold)
Privat gehört/Kinder
nicht wildfährig minderbetagt Stufenwitz Bühnensau nicht renitent (unrentabel) Einkaufsgitter (Korb) Zeriss (vernichtende Kritik) Reinlagen (in die Schuhe) Eisenbügel (Bügeleisen) Nackthemd ich dörte (kindlich hochgedeutschte Zusammenfassung von: ich würde/täte) Zitronenfresse Wast (Saft, aus einer Kinderschöpfung in unseren Wortschatz für „Wasser mit Saft“ eingegangen) Schnörpelklemmer (Ventiladapter für Luftpumpe) die Klappe der Pandora (... eine soll ihre solche halten, auch noch)
buchstäblich:
linksradial Nierente Analverbeth Brotsamen Werbeknecht Kampus (= schwarzer Mann) Forstschutzmittel Reisefrüher Unslut Rastpatz Miesanthrop Almabtrip (des Viehs) beschlich (Farbton: beige) Faterlist (sein, will meinen: sein fatum hinnehmen) Wergzeikasten Ratsherrenpanne Breislbern (= Beilage) Sasan = Southern (Comfort, ein Whiskylikör. Auf niederbayrischer Speisekarte offensichtlich so geschrieben wie bestellt)
Findalon.
Das Pasadener Ruforchester.
In der Zeitparkzone: "Stell Dich da ruhig rein, da kondoliert doch heut keiner mehr."