#1 | Was ist der Neid?19.11.2018 20:13 (zuletzt bearbeitet: 19.11.2018 20:22)
Klaus
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gelöscht
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Friedrich Merz muss um seine Erfolgsaussichten bangen, da er "reich" ist. Wobei die Frage sich stellen mag - wann ist man reich? - Müßig, dies zu fragen. Auch die Obamas sind reich - reicher als Merz. Es geht mir auch nicht um Merz - also geht's hier nicht um seine politische Zukunft. Ich persönlich meine: wer anderen nicht das Geld stiehlt, den sollte man nicht gleich an die Wand stellen. Oft gilt schon der als reich, dem's besser geht als mir selbst.
Mir geht es um das Thema "Neid" - scheint mir eine Veranlagung/Versuchung, die in Deutschland stärker als andernorts ausgebildet ist. Man kann's natürlich nachsichtig- humorvoll sehen - wie Wilhelm Busch: "Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung."
La Rochefoucauld : Moralische Entrüstung besteht in den meisten Fällen aus: 2% Moral, 48% Hemmungen und 50% Neid.
Soll er gesagt haben. Was ich anzweifle, man hat damals nicht charakterliche Veranlagungen auf Prozentwerte heruntergerechnet. Was er aber wirklich gesagt hat: dass der Neid die letzte der schlechten Eigenschaften sei, die der Mensch (sich und anderen) eingestehe. Und auch dieses: "Unser Neid dauert stets länger als das Glück derer, die wir beneiden".
Was wir vom Fall der Engel wissen, beziehen wir aus der alt-jüdischen Tradition. Zum Abfall der Engel kam es dieser Tradition zufolge, weil sie, die Engel, auf Gottes Entschluss, den Menschen zu schaffen, mit Neid reagierten. Denn Gott achtete die Engel, liebte aber den Menschen (was ich, so's denn stimmen sollte, übrigens hochinteressant fände...). Also das wäre der alt-hebräischen Tradition zufolge die Quelle des Neids, der soviel vergiften kann. Oder anders: Das Böse erwuchs - und erwächst - aus dem Neid und nährt sich daraus.
Ein Großteil des Hasses der Nazis erwuchs aus dem Neid auf Leistungen und Errungenschaften der Juden. Ein Großteil des rabiaten Kommunismus erwuchs aus dem Neid auf die Besitzenden.
Soll nun keine Predigt werden... aber tatsächlich frgate mich jemand, was denn die Astrologie zum Thema Neid zu sagen hätte. Er spekulierte auf das Thema der Jungfrau, worauf ich ihm sagte, das sei so oder so zu kurz gegriffen, hatte denn aber auf die Schnelle keine Antwort parat.
Saturn in der Waage? Wie begründet sich das? Ich habe Saturn in der Waage, mir ist Neid und Mißgunst eher fremd.
Die Frage ist doch, wieso entsteht Neid, doch nur im Vergleich mit anderen. Aus eigenem Mangel? Und wieviel hat es auch mit Eifersucht zu tun? Konkurrenzdenken? Und geht es nur um das Materielle oder auch um Begabungen anderer?
„Der Unterschied zwischen Eifersucht und Neid ist der, dass ein eifersüchtiger Mensch Angst hat, zu verlieren, was (oder wen) er liebt und wirklich oder vermeintlich braucht, und ein neidischer Mensch das haben will, was andere besitzen.“ https://de.m.wikipedia.org/wiki/Eifersucht
1. Empfindung, Haltung, bei der jemand einem anderen einen Erfolg oder einen Besitz nicht gönnt oder Gleiches besitzen möchte "Neid empfinden"
Dacht ich's doch, Neid gehört zu Empfindungen, insofern ist es nicht der , sonder gehört nur zu den möglichen Denkinhalten.
Meine beiden englischen Deutungsstichwortlexika geben beide dem den Vorzug.
Wo herkommt weiß ich nicht, doch wo ich so darüber sinne, kann dies (anlog ) und = vom Gewünschten () getrennt (), sein. Hatten wir gerade als "Nase voll" haben.
Da es sich beim Neid um eine Empfindung handelt, sollte der auch ein Rolle spielen.
Danke für die Rückmeldungen, ich finde die Ausführungen in dem von Bernd eingebrachten Link sehr erhellend - auch wenn sie naturgemäß keinen Bezug zur Astrologie haben können.
Es ist, da bin ich mir sicher, ein Thema von elementarer Bedeutung - das individuelle Dasein (wer ist frei davon? ) wie das kollektive Dasein betreffend.
Vielleicht muss man da noch einen Schritt weiter/tiefer gehen: inwieweit ist der Neid Ausdruck von Angst. Dazu F.Riemann - der mit der Astrologie vertraut war.:
Und dann ist es ja nur ein kleiner Schritt in Richtung Kierkegaard - dem folgend Heidegger. Da ist ja die Angst die Grundbefindlichkeit des Daseins. Der Neid wäre dann vermutlich das Unvermögen, der Herausforderung der Angst zu begegnen.
Oscar Wilde: "Die Anzahl der Neider bestätigt unsere Fähigkeiten."
Wilhelm Busch: "Wir mögen's keinem gerne gönnen, daß er was kann, was wir nicht können."
Jeremias Gotthelf: "Wer Neider hat, hat Brot, wer keine hat, hat Not."
Sprichwort: "Der Neid gönnt dem Teufel nicht die Hitze in der Hölle."
Typisch Mark Twain: "Wenige von uns können Wohlstand ertragen. Den eines anderen, meine ich."
Geliebter Prentice Mulford: "Zehn Minuten im Hader wider das eigene Schicksal verbracht oder im Neid gegen fremdes Glück, bedeutet eine Summe eigener Kraft, dazu verwendet, sich sein Los zu verschlechtern."
Wie ich mich so durch die Zitate der so viel klügeren Menschen wie mich las - das kann ich neidlos anerkennen - kam mir der Gedanke, dass der Neid irgendwas mit der astrologischen Sonne zu tun haben könnte. Es geht um das Können, das Vermögen, die Gestaltungskraft, die wir anderen nicht zugestehen wollen. Dabei bin ich auf einen Verbrecher nicht neidisch, weil er bessere Verbrechen verüben kann, als ich. Im Moment scheint mir die Sonne das Zentrum der Möglichkeit zum Neid zu sein.
Die Frage wurde hier eingestellt bei einem AC Krebs, Mond auf 14° Widder = Jupiter-Uranus nach der MRL. Jupiter-Uranus = ich will mehr, als mir zusteht, denn der mir zuteilende Saturn fehlt ja in der Mitte. Ich will mehr, doch ein Krebs/Mond Thema?
Wenn denn die Venus ein Rolle spielen soll, so kann es wohl nur die Stier Venus sein, Haus 2, da geht um die Existenz. Und da könnte dann auch die Gier sitzen auf der Achse Haus 2-8.
Neid kann doch nur so lange eine Rolle spielen, als man sich über andere definiert oder in der Denkhaltung im Kollektiv befindlich ist. Tritt man da heraus ins eigene Dasein, heißt, seine eigenen Grenzen angenommen zu haben, kann man doch das, was andere besitzen oder erreicht haben, neidlos anerkennen.
Hass ist meiner Ansicht nach etwas anderes, mag aber sein, daß er eine Folge von Neid ist.
Das Horoskop der Frage:
Anlage, MC und Sonne ergänzen einander in Mond-Spiegelpunkt Neptun, und Quadrat Pluto, und da gelangt man schon zur Angst, in Konkurrenz stehend.
Neid kann auf Eigentum eines Mitmenschen bezogen sein. Neid kann auf Fähigkeiten eines Mitmenschen bezogen sein.
Neid kann Ärger darüber sein was mir fehlt. Neid ist ein Wahrnehmen von Not, real oder eingebildet.
Neid ist die Tochter von Habgier. Neid, ein Glaube sich nicht vollständig zu wissen.
Neid als Äußerung von Angst zu kurz zu kommen. Neid als Ärger darüber nicht selbst genug getan zu haben.
Neid sucht seine Erlösung im Haben von etwas das außerhalb ist. Neid ist ein Denkfehler.
Neid ist Denken. Neid ist eine der Schattenseiten des MER.
Franz-Josef
www.fjs-astrologie.de Publikation Chiron Verlag: "Würden und Schwächen in der Traditionellen Stundenastrologie" Traditionelle Stundenastrologie in der Praxis 53 Fragen aus 11 Lebensbereichen
Gestehe, dass der Hinweis auf die Angst erklärungsbedürftig ist. Zur Gier: die wird in der Regel einhergehen mit dem Neid - es muss jedoch keineswegs so sein. Wie es denn auch die reine Gier gibt, die ohne Neid "auskommt".
Der Neid - das klingt ja auch in dem Link an, den Elisabeth einbrachte - der Neid ist verbunden mit dem Selbstwertgefühl, oder besser mit dem Mangel daran. Womit wir dann auf die Themen des zweiten Hauses verwiesen werden.
Wer sich ein wenig mit dem Enneagramm auskennt (es lohnt !!), der weiß, dass jeder der neun Typen mit dem Schatten eines Lasters oder einer "Todsünde" verbunden ist. Der Neid ist der Schatten des Typus IV.:
Die meiner Ansicht nach einfachste Definition für Neid und Missgunst wäre:
Neid und Missgunst sind (gefühlsmäßige oder seelische) Regungen, die sich richten auf etwas (Materielles, Geistiges, Begabungen, Anerkennung, Liebe etc.), das ein anderer besitzt, der Neider oder Mißgünstige jedoch nicht.
Beim Neid möchte der Neider dieses 'etwas' zumindest auch besitzen, ohne es dem anderen wegnehmen zu wollen (wenn das überhaupt möglich ist). Aber er gönnt ihm, was er hat, wenn er es denn selbst auch bekäme. "Was der hat, will ich AUCH haben."
Bei der Missgunst missgönnt der Missgünstige dem anderen das, was dieser besitzt - er will nicht, dass dieser es überhaupt besitzt, ohne dass der Missgünstige es für sich selbst erstreben muß. Er gönnt dem anderen nicht, was dieser besitzt. "Ich will nicht, dass der es ÜBERHAUPT hat."
Die Ernährung beeinflusst auch das Seelenleben. Wer zu Neid, Missgunst und Hinterlist neigt, sollte alle Rankengewächse wie Gurken und Kürbisse meiden; auch bei Früchten sollte man vorsichtig sein.